- 75 % aller KMU-Websites haben mindestens drei der hier genannten SEO-Fehler
- Fehlende Keyword-Strategie und schlechte Meta-Tags sind die häufigsten Ursachen für Unsichtbarkeit
- Langsame Ladezeiten kosten bis zu 53 % der mobilen Besucher
- Jeder Fehler lässt sich mit konkreten, sofort umsetzbaren Maßnahmen beheben
Fehler 1: Keine Keyword-Strategie
Der mit Abstand häufigste SEO-Fehler: Unternehmen veröffentlichen Inhalte, ohne zu wissen, wonach ihre Zielgruppe tatsächlich sucht. Ohne Keyword-Strategie optimieren Sie im Blindflug – und Google hat keinen Grund, Ihre Seite zu zeigen.
Laut einer Semrush-Analyse aus 2026 haben 62 % aller KMU-Websites keinen einzigen Inhalt, der gezielt auf ein Suchbegriff mit messbarem Suchvolumen optimiert ist. Das bedeutet: Diese Unternehmen erscheinen bei Google nur zufällig – wenn überhaupt.
Das Problem geht tiefer als „fehlende Keywords“. Viele Unternehmen verwenden Fachbegriffe, die intern geläufig sind, aber von Kunden nie gesucht werden. Ein Heizungsinstallateur optimiert für „Wärmepumpentechnologie“, während seine Kunden „Heizung tauschen Kosten“ googeln.
Nutzen Sie kostenlose Tools wie Google Keyword Planner, Ubersuggest oder die Google-Autocomplete-Funktion – der offizielle Leitfaden von Google Search Central erklärt die Grundlagen der Keyword-Recherche. Erstellen Sie für jede Leistung eine Liste von 5–10 Suchbegriffen mit Suchvolumen. Priorisieren Sie Long-Tail-Keywords (3–5 Wörter) – dort ist der Wettbewerb geringer und die Kaufabsicht höher.
Fehler 2: Fehlende oder schlechte Meta-Tags
Title-Tags und Meta Descriptions sind Ihr Schaufenster in den Google-Suchergebnissen. Sie entscheiden, ob jemand auf Ihr Ergebnis klickt – oder auf das eines Wettbewerbers. Trotzdem lassen erschreckend viele KMU dieses Feld entweder leer oder füllen es mit nichtssagenden Standardtexten.
Ein guter Title-Tag enthält das Hauptkeyword möglichst am Anfang, ist laut Moz maximal 60 Zeichen lang und weckt Neugier. Die Meta Description hat bis zu 155 Zeichen und benennt klar den Nutzen für den Suchenden.
Ein HTML-Element, das eine kurze Zusammenfassung des Seiteninhalts liefert. Google zeigt sie als Vorschautext unter dem Seitentitel in den Suchergebnissen an. Sie beeinflusst nicht direkt das Ranking, aber erheblich die Klickrate (CTR).
Gehen Sie jede Seite Ihrer Website durch und prüfen Sie Title und Description. Jede Seite braucht einen einzigartigen Title mit dem Hauptkeyword und eine Description, die zum Klicken motiviert. Tools wie Screaming Frog oder die Google Search Console zeigen fehlende oder doppelte Meta-Tags sofort an.
Fehler 3: Duplicate Content
Duplicate Content entsteht, wenn identische oder nahezu identische Inhalte unter verschiedenen URLs erreichbar sind. Für Google ist das ein Problem: Die Suchmaschine weiß nicht, welche Version sie indexieren und ranken soll – und entscheidet sich im Zweifel für keine.
Typische Ursachen bei KMU-Websites:
- www vs. nicht-www: Ihre Seite ist unter
www.beispiel.deundbeispiel.deerreichbar – Google sieht zwei verschiedene Websites - HTTP vs. HTTPS: Beide Varianten sind zugänglich, weil die Weiterleitung fehlt
- Produktbeschreibungen vom Hersteller: Hunderte von Shops verwenden denselben Text – keiner rankt gut
- Paginierte Seiten: Seite 1, 2, 3 einer Kategorie mit überlappenden Inhalten
Eine Ahrefs-Studie aus 2026 zeigt, dass 29 % aller indexierten Seiten im Internet Duplicate Content enthalten. Bei KMU-Websites, die ohne SEO-Beratung erstellt wurden, liegt die Quote noch höher.
Google bestraft Duplicate Content nicht mit einer Penalty im klassischen Sinne. Aber die Suchmaschine filtert doppelte Inhalte aus dem Index – und das kann dazu führen, dass Ihre wichtigste Seite gar nicht angezeigt wird. Canonical-Tags und 301-Weiterleitungen sind die Lösung.
Stellen Sie sicher, dass alle URLs auf eine Variante weiterleiten (HTTPS + www oder ohne www). Setzen Sie Canonical-Tags auf jeder Seite. Schreiben Sie individuelle Produkttexte statt Herstellerbeschreibungen zu kopieren. Nutzen Sie die Google Search Console, um doppelte Inhalte zu identifizieren.
Fehler 4: Langsame Ladezeiten
Geschwindigkeit ist ein direkter Google-Ranking-Faktor – und ein indirekter, weil langsame Seiten höhere Absprungraten verursachen. Seit der Einführung der Core Web Vitals bewertet Google die Nutzererfahrung systematisch – Search Engine Journal zählt die Ladezeit zu den wichtigsten technischen Ranking-Signalen.
Die häufigsten Bremsen auf KMU-Websites: unkomprimierte Bilder (oft 3–5 MB pro Bild statt 100–200 KB), zu viele Plugins bei WordPress, fehlender Browser-Cache und nicht minimierte CSS/JS-Dateien.
„Die schnellste Ladezeit-Optimierung ist die einfachste: Komprimieren Sie Ihre Bilder. Allein dieser Schritt halbiert bei den meisten KMU-Websites die Ladezeit.“
Testen Sie Ihre Website auf pagespeed.web.dev. Konvertieren Sie Bilder ins WebP-Format und begrenzen Sie die Breite auf maximal 1920 px. Aktivieren Sie Caching über Ihren Hosting-Anbieter. Minimieren Sie CSS- und JavaScript-Dateien. Bei WordPress: Deaktivieren Sie nicht genutzte Plugins und verwenden Sie ein Caching-Plugin wie WP Rocket oder LiteSpeed Cache.
Fehler 5: Nicht mobiloptimiert
Seit 2021 nutzt Google ausschließlich die mobile Version Ihrer Website für die Indexierung – das sogenannte Mobile-First Indexing. Wenn Ihre Seite auf dem Smartphone schlecht funktioniert, verlieren Sie nicht nur mobile Besucher, sondern auch Ihr gesamtes Ranking.
Laut StatCounter kommen 2026 im DACH-Raum bereits 63 % aller Website-Besuche von mobilen Geräten. In bestimmten Branchen – Gastronomie, lokale Dienstleistungen, Gesundheit – liegt der Anteil sogar bei über 75 %.
Typische Mobile-Probleme bei KMU-Websites:
- Schriftgröße zu klein: Text unter 16 px ist auf Smartphones schwer lesbar
- Buttons zu nah beieinander: Google nennt das „tap targets too close“
- Horizontales Scrollen: Inhalte ragen über den Bildschirmrand hinaus
- Pop-ups blockieren den Inhalt: Google bestraft aufdringliche Interstitials seit 2017
Prüfen Sie Ihre Website mit dem Google Mobile-Friendly Test. Stellen Sie sicher, dass Ihr Design responsive ist – also sich automatisch an die Bildschirmgröße anpasst. Verwenden Sie eine Mindest-Schriftgröße von 16 px, halten Sie Buttons mindestens 48 × 48 px groß und verzichten Sie auf Pop-ups, die den Inhalt verdecken.
Fehler 6: Keine interne Verlinkung
Interne Links sind die Straßen Ihrer Website. Sie zeigen Google, welche Seiten zusammengehören und welche besonders wichtig sind. Ohne interne Verlinkung ist Ihre Website für Google ein Haufen loser Blätter statt eines strukturierten Buches.
Die meisten KMU-Websites haben eine flache Struktur: Startseite, ein paar Unterseiten, fertig. Die Seiten verlinken sich nicht untereinander. Das hat drei Konsequenzen:
- Google findet nicht alle Seiten: Wenn eine Unterseite nur über die Navigation erreichbar ist, aber von keiner anderen Seite verlinkt wird, hat sie wenig Gewicht
- Link-Juice wird nicht verteilt: Die Stärke Ihrer Startseite (Backlinks, Autorität) wird nicht an Unterseiten weitergegeben
- Besucher finden nicht weiter: Ohne gezielte Verlinkung verlassen Nutzer Ihre Seite nach einem Seitenaufruf – die Absprungrate steigt
Jede Seite Ihrer Website sollte mindestens 3–5 interne Links enthalten – zu thematisch verwandten Leistungsseiten, Blogartikeln oder der Kontaktseite. Verlinken Sie dabei mit sprechenden Ankertexten, nicht mit „hier klicken“.
Erstellen Sie eine einfache Tabelle: Links alle Ihre Seiten, rechts die Seiten, auf die jeweils verlinkt werden soll. Verlinken Sie von Blogartikeln auf passende Leistungsseiten. Verlinken Sie von Leistungsseiten auf relevante Referenzen. Und verlinken Sie von jeder Seite auf Ihre Kontaktseite. Ein Sitemap-Tool wie Screaming Frog visualisiert Ihre Link-Struktur.
Fehler 7: Kein Google Unternehmensprofil
Das Google Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist für lokale Unternehmen der wichtigste SEO-Faktor überhaupt. Wenn jemand „Steuerberater Berlin“ oder „Zahnarzt in meiner Nähe“ sucht, zeigt Google zuerst das sogenannte Local Pack – drei Ergebnisse mit Karte, Bewertungen und Kontaktdaten.
Ohne Unternehmensprofil erscheinen Sie nicht im Local Pack und nicht auf Google Maps. Ihre Wettbewerber mit Profil erhalten die Anrufe und Besuche, die eigentlich Ihnen gehören.
„Ein vollständig ausgefülltes Google Unternehmensprofil mit 20+ Bewertungen ist für lokale Unternehmen wirkungsvoller als jede SEO-Maßnahme auf der Website.“
Erstellen oder beanspruchen Sie Ihr Google Unternehmensprofil unter business.google.com. Füllen Sie alle Felder vollständig aus: Name, Adresse, Telefon, Website, Öffnungszeiten, Kategorien, Beschreibung. Laden Sie mindestens 10 hochwertige Fotos hoch. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um Bewertungen – 5 neue pro Monat sind ein realistisches Ziel. Antworten Sie auf jede Bewertung, ob positiv oder negativ.
Sie möchten wissen, welche dieser Fehler Ihre Website betreffen? Wir analysieren Ihre Seite und zeigen Ihnen die wichtigsten Maßnahmen – kostenlos und unverbindlich.
Kostenlose SEO-Erstanalyse anfragen →Häufige Fragen zu SEO-Fehlern bei KMU
Der schnellste Weg: Melden Sie Ihre Website bei der Google Search Console an (kostenlos). Sie zeigt technische Fehler, Indexierungsprobleme und Suchbegriffe, für die Sie erscheinen. Für eine tiefergehende Analyse nutzen Sie Tools wie Screaming Frog (kostenlos bis 500 URLs) oder Semrush. Oder lassen Sie ein professionelles SEO-Audit erstellen.
Das hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab. Für lokale Unternehmen ist ein fehlendes Google Unternehmensprofil der größte Fehler – Sie sind auf Google Maps unsichtbar. Für Online-Shops ist Duplicate Content oft das gravierendste Problem. Und für Dienstleister ist eine fehlende Keyword-Strategie meistens die Hauptursache für ausbleibende Anfragen.
Die meisten Fehler können Sie mit Grundkenntnissen selbst beheben – insbesondere das Google Unternehmensprofil, Meta-Tags und Bilder-Komprimierung. Für technische Themen wie Canonical-Tags, Weiterleitungen und Core Web Vitals lohnt sich professionelle Unterstützung. Ein guter Mittelweg: Lassen Sie ein Audit erstellen und setzen Sie die Maßnahmen schrittweise selbst um.
Technische Korrekturen wie Ladezeit-Optimierung und Meta-Tags zeigen oft innerhalb von 2–4 Wochen Wirkung, sobald Google die Seiten neu crawlt. Inhaltliche Maßnahmen wie eine Keyword-Strategie brauchen 3–6 Monate. Lokales SEO (Google Unternehmensprofil + Bewertungen) kann bereits nach 4–8 Wochen spürbar mehr Sichtbarkeit bringen.
- [1] Semrush: „State of Search 2026“
- [2] BrightEdge: „Organic Channel Share Report 2026“
- [3] Google: „Web Vitals Report – Core Metrics 2026“
- [4] Ahrefs: „Duplicate Content Study 2026“
- [5] Google: „Understanding Consumers’ Local Search Behavior“ (2024)
- [6] StatCounter: „Mobile vs. Desktop Market Share DACH 2026“