- 96 % der Website-Besucher verlassen eine Seite, ohne eine Aktion auszuführen
- Die 6 häufigsten Ursachen sind struktureller Natur – nicht Traffic-Mangel
- Gezielte Optimierung kann die Anfragequote um 40–120 % steigern
- Praxisbeispiel: Wie ein B2B-Dienstleister seine monatlichen Leads verdreifachte
Warum Traffic allein nicht reicht
Viele Unternehmen investieren in Google Ads, SEO oder Social Media – und wundern sich, warum die Anfragen ausbleiben. Der Grund: Traffic ist kein Selbstzweck. Er ist nur dann wertvoll, wenn die Website ihn in Kontakte verwandelt.
Die durchschnittliche Conversion-Rate im B2B-Bereich liegt laut HubSpot bei 2,2 %. Das bedeutet: Von 1.000 Besuchern schicken gerade einmal 22 eine Anfrage. Doch selbst diese Zahl erreichen die meisten Mittelständler nicht – weil ihre Website strukturelle Probleme hat, die Besucher systematisch abschrecken.
Conversion-Rate bezeichnet den Anteil der Website-Besucher, die eine gewünschte Aktion ausführen – zum Beispiel ein Kontaktformular absenden, anrufen oder einen Termin buchen. Eine Steigerung von 1 % auf 2 % bedeutet doppelt so viele Anfragen bei gleichem Traffic.
Bevor Sie also mehr Budget in Werbung stecken, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf Ihre bestehende Website. Die folgenden sechs Schwachstellen finden wir in nahezu jedem Audit.
Die 6 häufigsten Ursachen
Basierend auf über 120 Website-Audits der letzten drei Jahre haben wir die wiederkehrenden Muster identifiziert. Diese sechs Probleme kosten Unternehmen täglich potenzielle Kunden:
1. Kein klares Wertversprechen in den ersten 3 Sekunden
Besucher entscheiden in weniger als drei Sekunden, ob eine Website relevant ist. Wenn Ihre Startseite mit allgemeinen Floskeln wie „Willkommen bei Firma XY“ beginnt, haben Sie bereits verloren. Stattdessen brauchen Sie einen Satz, der das Problem Ihrer Zielgruppe benennt und Ihre Lösung andeutet.
2. Fehlende oder versteckte Handlungsaufforderungen
Viele Websites haben genau einen „Kontakt“-Link im Menü – und sonst nichts. Das reicht nicht. Jede Unterseite braucht einen klaren nächsten Schritt: ein Formular, eine Telefonnummer, einen Terminbuchungs-Button. Wenn der Besucher suchen muss, ist er weg.
3. Ladezeit über 3 Sekunden
Laut Think with Google verlassen 53 % der mobilen Nutzer eine Website, wenn sie länger als drei Sekunden lädt. Typische Ursachen: unkomprimierte Bilder, überladene Slider, zu viele externe Skripte. Die Lösung ist technisch und messbar – Tools wie PageSpeed Insights zeigen den Status in Sekunden.
Drei von Google im Rahmen der Web Vitals definierte Kennzahlen für Nutzererfahrung: LCP (Largest Contentful Paint, Ladezeit), INP (Interaction to Next Paint, Reaktionszeit) und CLS (Cumulative Layout Shift, visuelle Stabilität). Sie fließen direkt ins Google-Ranking ein.
4. Nicht für Mobilgeräte optimiert
Über 60 % aller Website-Besuche erfolgen heute über Smartphones. Trotzdem finden wir regelmäßig Websites, deren Formulare auf dem Handy nicht funktionieren, deren Texte zu klein sind oder deren Navigation auf mobilen Geräten zusammenbricht. Google indexiert seit 2021 ausschließlich die mobile Version – eine schlechte Mobile Experience kostet also doppelt: Besucher und Rankings.
5. Kein Vertrauen durch Social Proof
Warum sollte ein Besucher Ihnen vertrauen? Ohne Referenzen, Kundenstimmen, Logos bekannter Partner oder Zertifizierungen bleibt Ihre Website ein leeres Versprechen. B2B-Käufer recherchieren im Schnitt drei bis fünf Anbieter – und entscheiden sich für den, der Kompetenz sichtbar belegt.
6. Keine klare Seitenstruktur und Navigation
Wenn Besucher nicht innerhalb von zwei Klicks finden, was sie suchen, verlassen sie die Seite. Typische Fehler: zu viele Menüpunkte, verschachtelte Unterseiten, keine Suchfunktion, fehlende Landingpages für einzelne Leistungen. Jede Leistung braucht eine eigene, suchmaschinenoptimierte Seite – keine versteckte Unterkategorie.
„Die meisten Websites scheitern nicht an zu wenig Besuchern – sondern daran, dass sie Besuchern keinen klaren Grund geben, den nächsten Schritt zu machen.“
Zahlen aus der Praxis
Abstrakte Tipps helfen wenig – konkrete Zahlen umso mehr. Hier drei Ergebnisse aus Kundenprojekten, die genau diese Schwachstellen behoben haben:
Diese Ergebnisse sind kein Zufall. Sie zeigen, was passiert, wenn eine Website konsequent auf Conversion optimiert wird – statt nur auf Ästhetik.
Eine professionelle Website-Optimierung amortisiert sich in der Regel innerhalb von 3–6 Monaten – allein durch die zusätzlichen Anfragen. Der ROI steigt mit jedem weiteren Monat.
Schritt für Schritt zur Optimierung
Sie müssen nicht alles gleichzeitig ändern. Beginnen Sie mit den Maßnahmen, die den größten Hebel haben – und arbeiten Sie sich systematisch vor:
Schritt 1: Wertversprechen schärfen
Formulieren Sie in einem einzigen Satz, was Sie für wen tun und warum das relevant ist. Testen Sie diesen Satz an fünf Personen, die Ihr Unternehmen nicht kennen. Wenn sie nicht sofort verstehen, was Sie anbieten, formulieren Sie um.
Verwenden Sie die Formel: „Wir helfen [Zielgruppe], [Problem zu lösen], damit [Ergebnis].“ Beispiel: „Wir helfen Bauunternehmen, online sichtbar zu werden, damit sie qualifizierte Anfragen erhalten – statt auf Empfehlungen zu warten.“
Schritt 2: CTAs auf jeder Seite platzieren
Jede Unterseite braucht mindestens einen sichtbaren Call-to-Action. Ideal: einen am Anfang (above the fold), einen in der Mitte und einen am Ende. Variieren Sie die Formulierung: „Erstgespräch vereinbaren“, „Unverbindliches Angebot anfordern“, „Jetzt beraten lassen“.
Schritt 3: Ladezeit messen und optimieren
Gehen Sie auf pagespeed.web.dev und testen Sie Ihre wichtigsten Seiten. Fokussieren Sie auf drei Maßnahmen: Bilder in WebP konvertieren, nicht genutzte Skripte entfernen, Server-Caching aktivieren. Allein diese drei Schritte reduzieren die Ladezeit in der Regel um 40–60 %.
Schritt 4: Mobile Experience testen
Rufen Sie Ihre Website auf dem Smartphone auf und durchlaufen Sie den kompletten Anfrageprozess: Startseite → Leistungsseite → Kontaktformular absenden. Notieren Sie jede Stelle, an der Sie zögern, scrollen müssen oder etwas nicht funktioniert.
Schritt 5: Social Proof sichtbar machen
Platzieren Sie Kundenlogos auf der Startseite (idealerweise above the fold). Fügen Sie auf jeder Leistungsseite eine passende Referenz hinzu. Bitten Sie zufriedene Kunden um ein kurzes Zitat – zwei Sätze reichen völlig.
Schritt 6: Seitenstruktur überarbeiten
Erstellen Sie für jede Kernleistung eine eigene Landingpage mit eigenem Titel, eigener Meta-Description und eigenem Wertversprechen. Verlinken Sie diese prominent in der Navigation und im Footer. Das verbessert gleichzeitig Ihre SEO-Sichtbarkeit für spezifische Suchbegriffe.
Praxisbeispiel: B2B-Dienstleister verdreifacht Anfragen
Ein Berliner IT-Dienstleister mit 25 Mitarbeitenden kam zu uns mit einem typischen Problem: Die Website hatte monatlich 2.800 Besucher, aber im Schnitt nur 4 Kontaktanfragen.
Die Analyse ergab:
- Startseite ohne klares Wertversprechen – erster Satz: „Willkommen bei [Firma]“
- Einziger CTA: „Kontakt“ im Menü (auf Desktop kaum sichtbar)
- Ladezeit 5,8 Sekunden (drei unkomprimierte Slider-Bilder)
- Keine einzige Kundenreferenz auf der Website
- Alle Leistungen auf einer einzigen Seite zusammengefasst
Die Umsetzung
- Neues Wertversprechen: „IT-Lösungen für den Mittelstand – zuverlässig, sicher, persönlich“
- CTAs auf jeder Seite: Kontaktformular, Telefonnummer, Terminbuchung
- Technische Optimierung: Ladezeit von 5,8s auf 1,6s reduziert
- 8 Kundenlogos und 3 ausführliche Case Studies ergänzt
- 5 separate Leistungsseiten mit individuellen Landingpages erstellt
Das Ergebnis nach 3 Monaten
Die monatlichen Anfragen stiegen von 4 auf 13 – eine Steigerung um 225 %. Die Qualität der Anfragen verbesserte sich ebenfalls deutlich, weil die Leistungsseiten gezielt die richtigen Besucher ansprachen.
„Wir hatten das Gefühl, unsere Website arbeitet endlich für uns – nicht gegen uns. Zum ersten Mal bekamen wir Anfragen von Unternehmen, die genau wussten, was wir anbieten.“
Ähnliche Situation? Wir analysieren Ihre Website und zeigen Ihnen konkret, wo Sie Anfragen verlieren – und wie Sie das ändern.
Kostenloses Website-Audit anfragen →Häufige Fragen
Technische Verbesserungen wie Ladezeit wirken sofort. Inhaltliche Änderungen (Wertversprechen, CTAs) zeigen in der Regel innerhalb von 4–8 Wochen messbare Ergebnisse. SEO-Effekte brauchen 3–6 Monate.
Nicht unbedingt. Oft reichen gezielte Optimierungen an bestehenden Seiten. Ein Relaunch lohnt sich, wenn die technische Basis veraltet ist (z. B. kein responsives Design, veraltetes CMS) oder die gesamte Markenpositionierung überarbeitet werden muss.
Die Investition hängt stark vom Umfang ab – von gezielten Einzeloptimierungen bis zum umfassenden Relaunch. Typischerweise bewegen sich professionelle Conversion-Audits mit Maßnahmenplan im mittleren vierstelligen Bereich. Entscheidend ist der Return: Wenn eine optimierte Website monatlich auch nur zwei zusätzliche Anfragen generiert, amortisiert sich die Investition meist innerhalb weniger Monate. Am besten klären wir in einem kurzen Gespräch, was für Ihr Projekt sinnvoll ist.
Teilweise ja – Texte und CTAs können Sie selbst anpassen. Technische Optimierungen (Ladezeit, Core Web Vitals, Structured Data) erfordern in der Regel Entwickler-Know-how. Die Kombination aus externer Analyse und interner Umsetzung funktioniert oft am besten.
- [1] Contentsquare: „Digital Experience Benchmark Report 2026“
- [2] Google: „Mobile Page Speed Benchmarks“ (2024)
- [3] Eigene Auswertung: Website-Audits 2023–2026, n=124